Der Tod auf Überholspur

So schnell kann es vorbei sein. Das Leben zieht vorüber wie ein zarter Windhauch.

Heute noch quietsch-fidel und morgen schon bewegungsunfähig - heute noch im Geld schwimmen und morgen schon pleite.

In der letzten Woche durfte ich Eindrücke sammeln, die mich sehr traurig machten. Das Schicksal kann ungeheuer gemein und ungerecht sein.

Eine Kundin wurde von einem Tag auf den anderen bewegungsunfähig und bettlägerig. Die Ärzte suchen immer noch nach der Ursache, während sie es vor Schmerzen kaum aushalten kann.

Eine andere Kundin, die bisher in Geld schwamm und Einnahmen im sechsstelligen Bereich verzeichnen konnte, musste sich innerhalb von einem halben Jahr mit sinkenden, bis zu gar keinen Einnahmen, arbeitslos melden.

Ein tierischer Kunde starb von einem Tag auf den anderen. Samstag besuchte er uns noch mit Frauchen und schon am nächsten Tag fiel er um und starb.

Tod

Niemand weiß, wann die letzte Stunde schlägt. Niemand weiß, was morgen ist. Niemand ist in der Lage, in die Zukunft zu schauen. Und doch leben wir in dem Bewusstsein, dass wir ewig leben. Wir verschieben viel auf Morgen. Wir warten bis zur Rente, um dann zu faulenzen und Zeit für unsere Hobbies zu haben. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Wir sind darauf fixiert uns viel Eigentum anzuschaffen. Haus, Auto, Garten und ein dickes Bankkonto. Wir scheffeln, was nur irgendwie geht.

Wir machen uns Sorgen um die Zukunft. Wir gehen fest davon aus, dass wir die Zukunft, wann immer die auch ist, erreichen werden. Wir wollen die Rente genießen und zweifeln überhaupt nicht daran, dass wir diese auch noch lebend erreichen.

Doch wie oft haben wir schon gehört, dass jemand nun endlich in Rente geht und plötzlich verstirbt? Die Nachkommen freuen sich.

Warum leben wir nicht jeden Tag, als ob es der letzte wäre? Scheiß auf Reichtum! Reichtum existiert nur innerlich. Liebe, Freude, Spaß, Gesundheit und Frieden sind die größten Reichtümer auf Erden. Genießen wir sie doch sofort.

Jeder von uns stirbt jeden Tag ein Stückchen mehr. Niemand bleibt verschont. Dieses Schicksal trifft uns alle und niemand weiß, wann die letzte Stunde schlägt.

Die Jungen denken, sie hätten das ewige Leben gepachtet. Doch wie schnell sind 50 Jahre um? Ein Fingerschnipsen und der nächste Geburtstag steht vor der Tür. Jeder ist davon überzeugt, dass es ihn schon nicht treffen wird. Nur andere werden krank und sterben.

Man kann es nennen, wie man will. Bewusstsein, Seele, Lebensplan oder auch göttlicher Rat. Alle Menschen sind davon betroffen. Wir alle müssen irgendwann sterben. Morgen, nächste Woche oder in 30 Jahren? Niemand weiß es und das ist auch gut so.

Machen wir uns das doch in jeder Minute bewusst und leben im Hier und Jetzt. Lassen Sie uns die Zeit, die uns bleibt, genießen. Trauer, Schwermut und Wut haben keinen Platz. Es ist Zeit für Heiterkeit. Genau das ist gemeint, wenn es heißt, im Augenblick zu leben.

Jeden Moment genießen und das tun, was uns Spaß macht. Wer sich Sorgen um die Zukunft macht, verpasst die Gegenwart und wer ständig in der Vergangenheit wühlt, sieht oft den Wald vor lauter Bäumen nicht.

Das Leben genießen

Was wünscht sich wohl jemand, der im Sterben liegt oder gerade erfährt, dass er eine unheilbare Krankheit hat? Was wünscht sich ein Querschnittgelähmter? Das Traumhaus und der Lottogewinn treten weit in den Hintergrund und der wahre Herzenswunsch müsste wohl jedem auf der Hand liegen.

Ich habe letzte Woche erlebt, dass sich Leben von einer Stunde zur anderen verändern kann. Vielleicht braucht es manchmal solche Schicksalsschläge, um sich bewusst zu werden und mehr Klarheit zu erlangen.

Irgendwann kommt die Stunde und das Leben rauscht an uns vorbei wie ein Hochgeschwindigkeitszug. Dann müssen wir Bilanz ziehen und ich hoffe sehr, dass niemand etwas bereuen muss. Weder verpasste Gelegenheiten noch Chancen.

Herzliche Grüße und viele schöne Augenblicke

Marion Lindhof