Das große Zittern

Kennen Sie auch dieses Gefühl, wenn sich die Kehle zuschnürt, der Magen rebelliert und die Knie zittern? Ich kenne das zur Genüge und versuche immer wieder Auswege oder manchmal aus Ausflüchte zu nehmen.

Angst ist wohl ein weit verbreitetes Thema.

Viele Menschen verspüren Furcht in unterschiedlichen Situationen. Ich hatte früher oft Angst verspottet zu werden und mich zu blamieren. Als Kind hatte ich Angst im Dunkeln. Heute noch schießt mir das Blut in den Kopf, wenn ich vor vielen Menschen eine Rede halten soll. 

Fürchten Sie sich auch vor bestimmten Situationen? 

Eine Arbeitskollegin berichtete, dass Sie Angst hat, neue Wege zu beschreiten und einen Neuanfang im Job zu wagen. Obwohl sie ihre bisherige Arbeit hasst, ist sie ihr doch sehr vertraut. Ein neuer Job, womöglich noch in einer anderen Sparte bringt Unbekanntes mit sich. 

Eine Freundin fürchtet sich vor dem Alleinsein. Sie möchte gern wieder mit einem Partner durchs Leben gehen. Eine andere Bekannte hat Angst davor ihren Gatten zu verlieren, wenn sie nicht das tut, was er verlangt. 

Es gibt viele Umstände, die dazu führen, dass wir uns fürchten. Angst vor Schulden und der drohenden Pleite, Angst vor Mangel bis zur Finanzkrise. Wir können unsere Ängste immer weiterspinnen und uns unendlich hineinsteigern. Viele ängstigen sich vor Überfällen oder Einbrüchen. Sie verrammeln alle Türen und Fenster, installieren Kameras und bringen Zeitschaltuhren an, die dafür sorgen, dass in gewissen Abständen das Licht automatisch an- und wieder ausgeschaltet wird. 

Die Liste der Ängste kann wohl unendlich weitergeführt werden. 

Irgendwie hat das auch etwas Tröstliches, denn wir stehen nicht allein da. Jeder hat irgendwann mal einen Köttel in der Hose. 

Angst ist eine grundlegende Emotion des Menschen, die uns sowohl beschützen aber auch lähmen und blockieren kann. 

Ich stelle mich regelmäßig und bewusst Situationen, vor denen ich mich eigentlich fürchte. Ich nenne sie meine ganz eigenen Mutproben. So habe ich es im letzten Sommer tatsächlich geschafft, im Freibad vom Dreimeterbrett zu springen. Das hat mich eine Menge Überwindung gekostet und ich zitterte am ganzen Körper. Das erste Mal war am Schlimmsten. Danach wurde es von Mal zu Mal leichter. Können Sie sich vorstellen, wie stolz ich war? 

Im letzten Jahr war ich im Kletterpark. Auch hier gab es für mich eine Menge Mut zu beweisen. Im Herbst bin ich allein bei Sturm und Regen durch einen See geschwommen. Ich war mutterseelenallein...nicht ein einziger Spaziergänger in Sicht. 

Ich fühle mich wunderbar, wenn ich Situationen meistere, vor denen ich eigentlich große Furcht verspüre. Das gibt mir Sicherheit für andere Gelegenheiten.

 

Eine weitere Lösung von mir, um Angst erst gar nicht aufkommen zu lassen, ist es, mich mit den richtigen Menschen zu umgeben. Pessimisten haben in meinem Umfeld nichts mehr verloren. Pessimisten stecken voller Ängste und das wirkt ansteckend. Ich versuche mich nur noch mit positiven Menschen zu umgeben. Sie beflügeln mich und bestärken mich in meinen Vorhaben.

Dinge können immer von zwei Seiten betrachtet werden. Entweder ist das Glas halb voll oder halb leer. Wenn mir meine Mutter früher Mut machte und "du schaffst das schon" sagte, machte ich mir keine Sorgen mehr.

Vielleicht hat Franklin D. Roosvelt recht mit seinem Zitat:

"Das Einzige, was wir zu fürchten haben, ist die Furcht selbst"

Versuchen Sie es auch einmal. Machen Sie etwas Verrücktes. Ich hoffe, dass Sie sich danach genau so gut und stolz fühlen, wie ich.

Marion Lindhof